Dauer:

 

Modul 1:
Grundlagen der Fallberatung
2 Tage

Modul 2:
Intervisionswerkzeuge
1 Tag
 
Modul 3:
Gruppen-Supervision
1 Tag

 

Kollegiale Fallberatung

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Viele Führungskräfte absolvieren Seminarbausteine zur Führungskräfteentwicklung wie zum Beispiel "Kommunikation", "Führung", "Konfliktmanagement".

Eine Vertiefung wesentlicher Elemente dieser Trainingseinheiten in regelmäßigen Abständen ist wünschenswert, um Führungskompetenzen zu verbessern und weiter zu entwickeln.
Eine langfristig kostengünstige und gleichzeitig effektive Form der Führungskräfteentwicklung ist die kollegiale Fallberatung: Anhand konkreter Fälle aus der eigenen Führungspraxis üben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter Anleitung einer Intervisorin / eines Intervisors gezielt die Gruppenmoderation ein.
Diese Arbeitsweise ist in dreifacher Hinsicht sinnvoll. Einerseits erarbeitet die Gruppe sofort Lösungsmöglichkeiten für aktuell vorliegende Probleme, und andererseits haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Gesprächsleitung einer Kleingruppe zu übernehmen und dabei Techniken einer strukturierten und lösungsorientierten Moderation zu erwerben.
Und ein drittes Argument: Jede Fallbringerin und jeder Fallbringer erhält bei den durch uns geleiteten Tagen nach der kollegialen Fallberatung zusätzlich praxiserprobte Expertenratschläge zu der jeweiligen Problematik. An die Stelle der theoretischen Vorträge in sonst üblichen Trainings treten konkrete Handlungshinweise zu den Fragen, für die sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessieren.
Nach einer kurzen Phase, in der die Gruppe lernt, wie Gruppenberatung erfolgreich funktioniert und welche Fehler dabei zu vermeiden sind, arbeitet sie selbständig weiter. Wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer später zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung der Gruppe wünschen, so erhalten sie auf Anfrage Unterstützung durch eine außenstehende neutrale Person.

Didaktik:

Um zu gewährleisten, dass die Gruppe nach einer kurzen Trainingszeit mit Freude und Erfolg selbstständig arbeiten kann, müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kenntnisse über Prozesse der Gruppendynamik in Beratungssituationen erwerben, die Nutzung von Intervisionswerkzeugen einüben und die strukturierte Gruppenmoderation erlernen.
Gleichzeitig sollten sie sofort konkret erleben, welche Erfolge sich in ihrer Führungspraxis einstellen, wenn sie die Qualität der Gruppenberatung durch eine systematische Arbeitsweise verbessern.
Deshalb beinhaltet diese Ausbildung nach dem Basistraining der Intervisionsgrundlagen (in Form von Kurzvorträgen und erlebnisorientierten Übungen) einen ständigen Wechsel von Fallarbeit und der Einübung weiterer Intervisionswerkzeuge.
Nach einer ersten Fallbearbeitung mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern finden die weiteren Sitzungen in Kleingruppen statt, die später im Plenum ausgewertet werden.
Die Fortbildung wird in mehrere Einheiten aufgeteilt, damit die Führungskräfte die erarbeiteten Lösungswege in der Praxis erproben können.
 
Inhalt:
 
  • Rhetorische Werkzeuge der Beratung
  • Beratungsfallen
  • Feedbackkultur in der Gruppenarbeit
  • Strukturierte Fallberatung
  • Turboberatung
  • Weitere Werkzeuge der Intervision:
  • Ursachenforschung
  • Differenzierte Problemerfassung
  • Erkenntnis der besonderen Chancen von Krisensituationen
  • Präzise Zieldefinition
  • Kreativitätsmethoden / Paradoxe Interventionen
  • Methoden der Entscheidungsfindung
  • Kritische Prüfung von Lösungswegen

Vorteile der Führungskräfteentwicklung in Intervisionsgruppen:

  • Beratung aus der Praxis für die Praxis.
  • Die Erkenntnis, dass viele Führungsaufgaben mit strukturellen Schwierigkeiten verbunden sind, verhindert, dass Misserfolge als persönliches Versagen empfunden werden.
  • Die ziel‑ und handlungsorientierte Planentwicklung in der Gruppe sorgt für ein hohes Maß an Verbindlichkeit zur Umsetzung der Lösungsideen.
  • Die Intensivierung von Beziehungen zwischen Führungskräften fördert die Identifikation mit Firmenzielen.
  • Soziale Eingebundenheit verbessert die emotionale Stabilität – speziell für Führungskräfte, die allein an der Spitze stehen, ein Qualitätsgewinn.
  • Die Vernetzung zwischen Führungskräften vermindert Konkurrenzdenken und fördert die Kooperation.
  • Die grundsätzlich gestellte Frage, welche Vorteile die problematisch empfundene Situation bietet, öffnet – speziell in Krisenzeiten – den Blick für neue Chancen.